Die Jahre 1945 -1965
|
Im Chaos des Kriegsendes
zerbrach die Arbeit eines Vierteljahrhunderts. Der wertvolle Fahrzeugbestand
war in alle Winde zerstreut, demoliert, "ausgeschlachtet" oder von der
Besatzungsmacht in Anspruch genommen. Die Werkstätten in Lebenstedt und
Helmstedt wurden der KVG entzogen. Von rund 200 Omnibussen und Anhängern waren ganze sieben fahrbereit geblieben. Mit ihnen wurde bereits am 1. Mai 1945 der fahrplanmäßige Verkehr auf der wichtigsten Strecke Braunschweig - Lebenstedt notdürftig in Gang gebracht. Mit Hilfe der gesamten Belegschaft wurde aufgeräumt und Ordnung geschaffen. Trotzdem war die erste technische Bilanz ziemlich trostlos. |
|
|
|
Doch man ließ den Kopf nicht hängen. Zuerst wurden die
Fahrzeuge, die am wenigsten beschädigt waren, wieder instandgesetzt. Karosserie
und Innenausstattung ließen sich zunächst nur behelfsmäßig herrichten. Was in
den ersten Monaten des Kriegsendes von allen Betriebsangehörigen der KVG
geleistet wurde, wird immer unvergessen bleiben. Der Erfolg dieser mühevollen Arbeit blieb nicht aus, schon im Herbst 1945 konnten fast 50 Omnibusse auf die Strecken geschickt und weitere Linien in Betrieb genommen werden.
Reifen, Reifen, Reifen... |
||
|
|
Die Freigabe der Helmstedter
KVG-Werkstätten durch die Besatzungsmacht verhilft der KVG zu schnellen
Fortschritten bei der Fahrzeuginstandsetzung. Im Jahre 1949 sind von
135 Omnibussen wieder 70 Fahrzeuge und 30 Anhänger auf 38 Buslinien mit über
800 km Gesamtlänge im Einsatz. Diese Fahrzeuge erhalten nun moderne Karosserien und moderne Innenausstattungen. So verfügt die KVG wieder über eine stattliche Anzahl modernster Omnibusse. . |
|
|
|
|
|
|
Primitive Kriegsfahrzeuge
erhalten neue Karossen und eine komfortablere Innenausstattung |
|
|
|
||
|
Drei Jahrzehnte "staatlich kommunale" KVG mbH Braunschweig Nachdem die Kriegswirren im Jahr 1944 die Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen der "neuen staatlich kommunalen KVG" verhinderten, wurde der 30. Gründungstag im Jahre 1949 mit der Herausgabe einer Festschrift gewürdigt. Beachten Sie bitte die Anmerkung der Redaktion zum Geburtsjahr der KVG. |
|
|
|
Viele private Unternehmer meldeten ab 1950 Ansprüche auf Verkehrslinien der KVG an. Darunter auch die Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft und die Bundespost. Die KVG musste sich aus dem Raum Holzminden - Gandersheim zurückziehen. Mit dem allgemein einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung in der jungen Bundesrepublik Deutschland, mit dem Wiederaufbau der Stahlwerke Peine/Salzgitter, dem aufstrebenden Volkswagenwerk in Wolfsburg und dem Ausbau der Förderstätten der Braunschweigischen Kohlebergwerke in Helmstedt/Schöningen nahm das Verkehrsbedürfnis der Bevölkerung und damit die Anforderungen an die KVG sprunghaft zu. Das Liniennetz der KVG wurde in den 50ern erheblich erweitert. Für große Firmen im Verkehrsgebiet der KVG Braunschweig wurden Berufsverkehrslinien eingerichtet. Die Firmen legten eigene Omnibusbahnhöfe auf ihrem Gelände an, die von der KVG angefahren wurden. |
||
|
Jenseits der
Sektorengrenze
Mitten durch das
Verkehrsgebiet der KVG zog sich quer durch den Harz die damalige
Sektorengrenze zwischen britischem und sowjetischen Sektor. Östlich davon
verkehrten KVG Omnibusse noch auf zwei Strecken: Von Wernigerode nach
Ilsenburg und von Wernigerode nach Hasselfelde. Die Betriebsverwaltung in
Werningerode arbeitete autark, stand aber bis zur Schließung der Zonengrenze
im Jahre 1952, |
|
|
|
Hauptverwaltung
in Braunschweig. Die Geschichte sollte zeigen, das die Wiedervereinigung
noch 38 Jahre auf sich warten ließ, für die KVG Braunschweig jedoch
bedeutete diese Trennung von den "Ostlinien" das Ende der fahrplanmäßigen
Personenbeförderung im Ostharz. |
||
|
. Im Jahre 1955 übernahm die Deutsche Bundesbahn vom bisherigen Kapitalgesellschafter den "Reichswerken AG Salzgitter" 39 % der Geschäftsanteile der KVG und wurde damit zum größten Anteilseigner der Gesellschaft. |
|
Als eine weitere Verkehrsaufgabe erwuchs der KVG
Anfang der 60er
Jahre der
Schülerverkehr. Zahlreiche Mittelpunktschulen im Verwaltungsbezirk Braunschweig
wurden "bedient". Für Vereine, Betriebe, Schulen und Kirchengemeinden wurde ein Mietwagenverkehr eingerichtet, der der Gesellschaft in den darauffolgenden Jahren beachtliche Einnahmen bescherte. |
|
|
|